
John Everett MillaisVereinigtes Königreich, 1829–1896Darf man es sehen?
London, Vereinigtes Königreich
Der Eigentümer ist bekannt. Ob es heute ausgestellt ist, sagt das Museum nicht, und Raten haben wir nicht gelernt.
Ophelia ist ein Gemälde von John Everett Millais, das 1852 fertiggestellt wurde. Es stellt die gleichnamige Figur aus Shakespeares Tragödie Hamlet dar, wie sie in einem Fluss treibt, kurz bevor sie ertrinkt. Im Stück wird dies in der Rede (4. Aufzug, 7. Szene) von Hamlets Mutter Gertrude beschrieben.
Es neigt ein Weidenbaum sich übern Bach
und zeigt im klaren Strom sein graues Laub,
mit welchem sie phantastisch Kränze wand
von Hahnfuß, Nesseln, Maßlieb, Purpurblumen,
die lose Schäfer gröblicher benennen,
doch zücht’ge Mädchen sagen Totenfinger.
Dort, als sie aufklomm, um ihr Laubgewinde
an den gesenkten Ästen aufzuhängen,
zerbrach ein falscher Zweig, und nieder fielen
die rankenden Trophäen und sie selbst
ins weinende Gewässer. Ihre Kleider
verbreiteten sich weit und trugen sie
sirenengleich ein Weilchen noch empor,
indes sie Stellen alter Weisen sang,
als ob sie nicht die eigne Not begriffe,
wie ein Geschöpf, geboren und begabt
für dieses Element. Doch lange währt’ es nicht,
bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken,
das arme Kind von ihren Melodien
hinunterzogen in den schlamm’gen Tod.
Das Gemälde wurde von Millais in zwei Schritten angefertigt: Zuerst malte er vor Ort die Landschaft und dann im Studio die Figur der Ophelia. Während des Malens in der Natur hatte Millais einige Schwierigkeiten. In einem Brief an einen Freund berichtete er von der Belästigung durch Mücken, einer Vorladung vor den Magistrat für unbefugtes Betreten eines Feldes und das Zerstören von Heu sowie von dem Risiko, von einem Windstoß ins Wasser geweht zu werden. Als es schließlich im November 1851 zu stürmen und schneien begann, ließ sich Millais eine Strohhütte bauen.
Im Winter 1851/52 fügte Millais dann die Gestalt der Ophelia in seinem Studio (Gower Street 7, London) hinzu. Das Modell für Ophelia war die Künstlerin Elizabeth Eleanor Siddal. Sie posierte für das Bild voll bekleidet in einer Badewanne, zog sich aber infolgedessen eine schwere Erkältung zu: Millais war nämlich einmal so mit seinem Werk beschäftigt, dass er vergaß, die Kerzen auszutauschen, die unter der Wanne standen und das Wasser warm hielten. Ihr Vater drohte ihm mit rechtlichen Schritten, bis er zustimmte, die Arztrechnung zu begleichen.
Das Bild ist bekannt für seine detaillierte Darstellung der Vegetation des Flusses und des Ufers, die das Wachsen und Vergehen in der Natur symbolisiert. Trotz des eigentlich dänischen Schauplatzes kann die Landschaft im Wesentlichen als englisch betrachtet werden. Das Bild wurde an den Ufern des Flusses Hogsmill in der Nähe von Tolwort bei London gemalt. Barbara Webb, eine Einwohnerin des nahen Old Malden, verbrachte viel Zeit damit, den genauen Platz des Bildes zu suchen. Gemäß ihren Untersuchungen ist es die Six Acre Meadow, neben der Church Road, Old Malden. Der Millais nahestehende Maler William Holman Hunt arbeitete an seinem Werk Der gedungene Hirte zur gleichen Zeit ganz in der Nähe.
Die Blumen, die mit Ophelia im Fluss schwimmen, wurden gemäß Shakespeares Angaben zu Ophelias Blumengirlande gewählt.
Sie spiegeln aber auch das zur viktorianischen Zeit verbreitete Interesse an der Blumensprache, gemäß der jede Blume symbolische Bedeutung hat, wider.
Der verbreitete Mohn, der nicht von Shakespeare erwähnt wurde, steht für Schlaf und Tod.
Ophelias Pose, die Arme geöffnet gen Himmel starrend, erinnert an traditionelle Porträts von Heiligen oder Märtyrern, kann aber auch erotisch interpretiert werden.
Millais’ Ophelia hängt in der Tate Britain, London.
1850
The scandal over “Christ in the House of His Parents”
Christ in the House of His Parents (1850) was judged excessively realistic, showing a working-class Holy Family in a messy carpentry workshop, and The Times called it outrageous. Millais was undaunted: the critic John Ruskin saw his outstanding talent at once and backed him, and his works were always accepted for the Academy’s exhibitions, however radical.
1851–1852
Elizabeth Siddal sits for “Ophelia”
For Ophelia (1851–52), his best-known painting, Millais portrayed Rossetti’s beloved Elizabeth Siddal as the heroine. The dense, elaborate pictorial surface, weaving the figure into the natural world, has been described as a kind of “pictorial eco-system”.
1853
Elected an associate member of the Royal Academy
In 1853 Millais was elected an associate member of the Royal Academy of Arts.
summer 1853
A summer at Glenfinlas: falling in love with Effie Ruskin
In the summer of 1853 John Ruskin and his wife Effie invited Millais to spend the summer with them at Glenfinlas, where Millais and Effie fell in love. Effie modelled for his The Order of Release; her marriage to Ruskin, which had lasted several years, was annulled after her parents realised something was wrong and she filed for annulment, and Millais and Effie then married.